Unser Gastautor Luis war mehrere Wochen an der Atlantikküste Galiciens unterwegs und hat dabei einige weniger bekannte Kitespots erkundet. Einer davon ist San Xurxo. In diesem Beitrag berichtet er von seinen persönlichen Eindrücken und Erfahrungen auf dem Wasser.
Luis erzählt: Mein Kitetag in San Xurxo
Nachdem ich schon einige Trips an den nordspanischen Atlantik gemacht habe, um die vielen erstklassigen Surfspots abzuklappern, sind dieses Jahr zum ersten Mal auch meine Kites irgendwo zwischen Neos und Surfboards in dem viel zu vollen Dacia Dokker gelandet. Mittlerweile bin ich seit zwei Wochen unterwegs und konnte schon einige gute Surf-Sessions mitnehmen. Für die nächsten Tage ist allerdings kaum Swell angesagt, dafür soll ein stabiler Nordwind mit 15 bis 20 Knoten an der galicischen Küste wehen. Für mich die perfekte Gelegenheit, endlich mit dem Kite aufs Wasser zu kommen.
Die Suche nach Kitespots in der Region von Ferrol gestaltet sich allerdings schwieriger als erwartet. Während es rund ums Surfen viele Infos und ausgezeichnete Infrastruktur wie Surfschulen und Shops gibt, spielt Kitesurfen hier im Westen Galiciens offenbar kaum eine Rolle. Abgesehen von ein paar älteren Forenbeiträgen finde ich kaum Informationen. Da ich allein unterwegs bin und erst letztes Jahr meinen ersten Kite-Kurs gemacht habe, hätte mir etwas mehr Orientierung im Vorfeld definitiv Sicherheit gegeben.
Am Nachmittag entscheide ich mich trotzdem, San Xurxo anzufahren, einen Spot etwa 20 Minuten von Ferrol entfernt, an dem ich bereits ein paar Mal surfen war. Die Bucht von San Xurxo zieht sich in einem weiten Halbkreis über etwa drei Kilometer und ist nach Westen ausgerichtet, wodurch der heutige Nordwind relativ sauber mit 18 bis 20 Knoten sideshore über die Bucht weht. Am südlichen Ende macht die Bucht zusätzlich einen leichten Bogen nach Nordwesten, dadurch sollte die Gefahr, abgetrieben zu werden, relativ gering sein.
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Wind in San Xurxo: Wann funktioniert der Kitespot?
San Xurxo zeigt sich sonst vor allem im Frühling und Herbst als interessanter Spot zum Kiten. Häufig funktioniert dann vor allem Nordwind gut, je nach Wetterlage können aber auch Süd- oder Südostwind fahrbare Bedingungen bringen. Durch die offene Ausrichtung nach Westen kann hier oft Wind mit starkem Westswell in der Bucht zusammentreffen. Genau diese Mischung aus Wind, Welle und Atlantik macht den Spot in der Region besonders spannend.
Parken und Anreise zum Kitespot San Xurxo
Da es erst Anfang Mai ist, sind die Parkplätze, die im Hochsommer ziemlich voll werden können, so gut wie leer. Ich parke ganz im Süden auf einem großen Schotterplatz; hier findet man auch, wenn es überall anders voll ist, meistens noch einen Platz. Etwa fünf Minuten weiter südlich, bei dem bekannten Surfspot Doniños, gibt es ausgewiesene kostenlose Wohnmobilstellplätze in Strandnähe an denen ich schon einige Nächte verbracht habe.
Vom Parkplatz zum Wasser
Von der Düne, die die Bucht zur Straße hin abgrenzt, sehe ich zwei Windsurfer, die sich ein Rennen über die Bucht liefern; sonst sind kaum Menschen am Strand. Ich lade meinen 11er Cabrinha Drifter aus dem Auto und gehe dabei nochmal den Ablauf eines Self-Launchs im Kopf durch. Als ich schließlich über die Düne Richtung Strand laufe, bin ich mir trotzdem noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich aufs Wasser gehen sollte.
Gut zu wissen San Xurxo ist vor allem unter Surfern bekannt. Kitesurfer trifft man hier deutlich seltener. Gerade deshalb findet man im Internet bisher nur wenige Informationen zum Spot.
Kitesurfen in San Xurxo: Revier, Wellen und Bedingungen
Der Strand bietet viel Platz zum Aufbauen, und es gibt keine größeren Hindernisse. Ich gehe etwas weiter upwind, um mir im Zweifel genug Raum zu lassen, falls das mit dem Höhelaufen nicht gleich funktionieren sollte. Der Self-Launch klappt dann deutlich besser als gedacht und gibt mir sofort etwas mehr Vertrauen. Bei Ebbe fällt der Strand sehr flach ab, sodass man ein Stück weit durchs Wasser laufen muss, bis man wirklich rauskommt. Zwar kann man teilweise noch stehen, trotzdem würde ich den Spot nicht als klassisches Stehrevier bezeichnen, da zwischen den Sandbänken immer wieder tiefere Rinnen liegen. San Xurxo ist nach Westen offen und bekommt bei entsprechendem Swell durchaus ordentlich Welle ab. An den Enden der Bucht ist es etwas geschützter; meistens sind die Bedingungen dort eher moderat. Heute ist der Atlantik aber relativ ruhig, und der erste Wasserstart gelingt direkt.
Luis‘ Fazit: Ein Kitetag, der in Erinnerung bleibt
Ich gleite die ersten Meter über das türkisblaue Wasser, und sofort kommt ein überwältigendes Glücksgefühl hoch. Hinter mir die tiefgrünen Eukalyptusbäume, vor mir der offene Atlantik, und genügend Wind, sodass ich sogar ein paar kleinere Sprünge wage. Nach etwa zwei Stunden fahre ich überwältigt und mit verkrampften Beinen zum Strand zurück und bin stolz, dass ich mich überwunden habe und auf dem Wasser war. Genau deshalb bleiben solche Tage hängen. Natürlich ist es wichtig, Risiken realistisch einzuschätzen, gerade wenn man allein unterwegs ist und noch nicht viel Erfahrung hat. Aber manchmal merkt man eben auch, dass einen zu viel Nachdenken eher zurückhält. Sich vorzubereiten, Respekt vor den Bedingungen zu haben und es dann trotzdem einfach zu machen, gehört wahrscheinlich genauso zum Kitesurfen wie Wind und Wasser selbst.
Noch mehr Kitespots in Spanien entdecken
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San Xurxo
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